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Artikel Stadtentwicklung

Baugemeinschaften in Wilhelmsburg

Viele Möglichkeiten für gemeinschaftliches Wohnen

*** von Stefan Laetsch ***

Die Planungen in Wilhelmsburg gehen weiter voran. In dem Elbinselquartier wird es einen größeren Block für mehrere Projekte geben. Dieser liegt mitten in dem neuen Gebiet, direkt am Ernst-August-Kanal und in Nähe des neuen Quartiersparks. In fußläufiger Entfernung sind Kitas und der neuen Schul- und Bildungscampus zu erreichen. In den anderen Quartieren sollen Grundstücke für Baugemeinschaften „eingestreut“ werden.

Nach der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße im Oktober 2019 wird die IBA Hamburg mit dem Rückbau des knapp vier Kilometer langen Dammes der alten Trasse beginnen. Dadurch entstehen die dringend benötigten Flächen für moderne Quartiere mit bezahlbaren Wohnungen für alle Bevölkerungsgruppen sowie zusätzlichen Bildungs-, Sport- und Freizeitangeboten. „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“, sagt Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg. Insgesamt entstehen in den nächsten Jahren rund 5.400 Wohnungen im Hamburger Drittelmix (gefördert, freifinanziert, Eigentum) in vier größeren Quartieren. Dabei soll das internationale, kreative und lebendige Flair mit vielen lokalen Gastronomie- und Gewerbebetrieben, Kleingarten- und Sportvereinen der Elbinsel erhalten und gestärkt werden. Eine rund 3 km lange Landschaftsachse wird vom Inselpark am Wasser entlang bis zum Ernst-August-Kanal führen und zusätzlichen Raum zum Radfahren, flanieren und verweilen bieten.

Übersicht über die geplanten Wohnquartiere in der Wilhelmsburger Mitte (dunkelgrau)

Für die neuen Wohnquartiere in Wilhelmsburg strebt die IBA Hamburg ein Baugemeinschaftsanteil von bis zu 20% an – das entspricht über 1.000 Wohneinheiten. Unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen soll damit bezahlbarer Wohnraum in Miete oder als Wohneigentum ermöglicht werden. Die IBA Hamburg wird die ersten Ausschreibungen voraussichtlich ab 2020/21 veröffentlichen. Die derzeitigen Planungen der Grundstücke für Baugemeinschaften gehen überwiegend von Mehrfamilienhäusern mit vier bis sechs Geschossen aus. Es wird gewünscht, dass sich Baugemeinschaften auf Ausschreibungen mit einem individuellen Konzept bewerben, das einen Mehrwert für das Quartier leistet. Mögliche Ideen sind beispielsweise Konzepte, die Wohnen und Arbeiten unter einem Dach verbinden, Mehrgenerationenwohnen, nachbarschaftliche internationale Wohnkonzepte, Integration von einem Stadtteilcafé oder Stadtteiltreffpunkt, autoarmes Wohnen, Wohnen mit Atelier für Künstler*innen oder Probenräumen für Musiker*innen, oder ähnliches. Die Lage und Auswahl der Grundstücke wird individuell von der Größe und dem Konzept der jeweiligen Baugemeinschaft abhängen.

Dr. Stefan Laetsch war bis Oktober 2019 Pressesprecher der IBA.

zuerst veröffentlicht: FreiHaus 24(2019), Hambur