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Artikel Wohnungspolitik

Neue Ideen werden gebraucht!

Wohnungspolitik in der Sackgasse

*** von Joachim Reinig ***

Es ist nicht mehr zu übersehen: Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in den Städten verschärft sich – und alle sind ratlos.

Die Situation ist jedoch die Konsequenz einer verfehlten Wohnungspolitik, die auf den freien Markt vertraute und dachte, mit einem Ankurbeln der Wohnungsproduktion seien die Probleme zu lösen.

Im Gegenteil: Der Anteil an subventionierten Sozialwohnungen wird immer geringer, die Bindungen betragen höchstens 25 Jahre. Wer in Deutschland Mieter*in ist, hat ein viel höheres Risiko in der Armut zu landen als ein/e Wohnungseigentümer*in. Mieter*innen müssen lebenslang steigende Mieten bezahlen.

Der Zugang zu … weiterlesen

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Artikel Wohnungspolitik

Geld ist nicht alles

Für einen anderen Umgang mit (kommunalen) Grundstücken

*** von Josef Bura ***

Der Irrtum ist weit verbreitet: Kommunen verkaufen ihre Grundstücke, sofern sie noch welche besitzen, zu Höchstpreisen, um ihre Kassen aufzufüllen. Das sei gewissermaßen ein Naturgesetz, weil es ihnen verboten sei, kommunales Eigentum unter Wert zu ‚verschleudern‘.

Diese Situation tangiert im Besonderen auch Kommunen, die für die Daseinsvorsorge vor Ort zuständig sind – vor allem für Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht aus eigenem Vermögen mit Wohnraum versorgen können. Kommunen, Betroffene und Sozialstaat sind die Verlierer*innen dieser Entwicklung. Unpassendes Umfeld für Investitionen in den Wohnungsbau behindert auch die Entstehung … weiterlesen

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Artikel Wohnungspolitik

Drittelmix neu denken

Wohnungspolitik in Hamburg
braucht eine mutige Neuausrichtung

*** von Tobias Behrens und Frank Karthaus ***

Fast alle deutschen Parteien sind sich uni sono einig, dass die Wohnungsfrage bzw. die Frage nach bezahlbaren Mieten besonders in den Großstädten derzeit die zentrale soziale Frage unserer Gesellschaft ist. Man hat damit eingestanden, dass der Markt wohl doch nicht alles richten kann und der vor ca. 15 Jahren eingeleitete Rückzug des Staates aus den wohnungspolitischen Themen ein Fehler war.

In Hamburg lässt sich dieses Phänomen genau beobachten: die Mieten steigen von Jahr zu Jahr insbesondere bei Neuvermietungen und die Anzahl der sozial gebundenen Wohnungen … weiterlesen

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Architektur/Planungskultur Artikel Wohnprojekte national/international Wohnungspolitik

Die vier Säulen des Wiener Modells

Ökonomie, soziale Nachhaltigkeit, Architektur und Ökologie als Qualitätssäulen beim geförderten Wohnungsbau

*** von Rudolf Scheuvens ***

Eine Gruppe von PolitikerInnen und Verantwortlichen einer Wohnungsbaugesellschaft einer deutschen Stadt auf Rundgang durch die Seestadt Aspern. 80% aller Wohnungen sind dort mit Mitteln des geförderten Wohnbaus realisiert. Doch wer dort eine eher triste Sozialsiedlung und Schlafstadt erwartet hatte, findet einen höchst abwechslungsreichen und lebendigen Stadtteil vor.

In den Erdgeschoßzonen der Janis-Joplin-Promenade befindet sich ein breites Angebot an Geschäftssnutzungen für die Grundversorgung, Gemeinschaftsräume, Fahrradwerkstätten. Die öffentlichen Räume sind, anders als in vielen neuen Stadtgebieten die man kennt, anspruchsvoll gestaltet. Verleihsysteme für E-Bikes, Räder und … weiterlesen

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Artikel Stadtentwicklung Wohnungspolitik

Neue Regierung – neues Glück!?

Welche wohnungspolitischen Ziele sind im Koalitionsvertrag
vom April 2015 enthalten?

*** von Tobias Behrens ***

Die neue Regierung hat nach der Wahl im Februar im April 2015 einen Koalitionsvertrag geschlossen, der die Grundlage für die Arbeit in der Hamburger Bürgerschaft für die Legislaturperiode von 2015 bis 2019 darstellen soll. Zu den Themen Wohnen und Stadtentwicklung sind interessante Aussagen enthalten, die wir den FreiHaus Lesern gern vorstellen möchten.

1. VORDRINGLICH WOHNUNGSUCHENDE

In dem Koalitionsvertrag ist an verschiedenen Stellen auf die schwierige Situation für vordringlich Wohnungsuchende eingegangen worden. Unter der Überschrift: „Sofortprogramm zur Versorgung von vordringlich Wohnungsuchenden“ wurden verschiedene Aussagen und Vorschläge … weiterlesen

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Kurznachrichten Wohnungspolitik

Neue Behörden, neue Personen

Die BSU strukuriert sich um

Nach der Regierungsbildung wurden die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) aufgelöst und in zwei neue Behörden aufgeteilt: die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) mit der neuen SPD-Bausenatorin Dorothee Stapelfeldt, und die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) mit dem neuen Senator Jens Kerstan, von den Grünen.

Innerhalb der BSW ist für den Wohnungsbau das Amt für Wohnen, Stadtentwicklung und Bodenordnung (WSB) zuständig. Der dortige Amtsleiter Willi Rickert, der dieses Amt über 13 Jahre geführt hat, ist im August in den Ruhestand verabschiedet worden. Seine Nachfolgerin wird Karin Siebek, die zuvor im Innenministerium von … weiterlesen

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Artikel Wohnungspolitik

Wohnungslosigkeit in Hamburg

Eine Aufforderung an die Wohnungspolitik

*** von Stephan Nagel ***

Obwohl Wohnungsnot in Hamburg wieder ein wichtiges politisches Thema ist, stehen die besonders drastisch von dieser Not betroffenen wohnungslosen Haushalte im Schatten der politischen Aufmerksamkeit. Um Wohnungslosigkeit zu bekämpfen und die Zahl wohnungsloser Menschen stark zu reduzieren, bräuchte es eine entschiedene soziale Wohnungspolitik, die über die Förderung des Neubaus von Wohnungen hinausgeht.

Die aktuell in Hamburg zu verzeichnenden Wohnungslosenzahlen (Sommer 2014) haben eine dramatische Dimension.

Viele wohnungslose Menschen, die in den zuständigen Fachstellen für Wohnungsnotfälle um Unterbringung nachsuchen, werden weggeschickt und vertröstet, weil in den Behelfs- und Notunterkünften keine freien … weiterlesen

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Artikel Wohnungspolitik

Mietpreisbremse

Signal mit begrenzter Wirkung

*** von Eva Raatschen ***

Der Gesetzentwurf aus Berlin setzt ein deutliches Signal, dass Neuvermietungspreise nicht ausschließlich am größtmöglichen Profit orientiert werden dürfen. Der durch ein knappes Wohnungsangebot geschürten Begehrlichkeit nach immer höheren Renditen wird Einhalt geboten. Für die Mieter bedeutet es, dass jetzt noch günstige Wohnungen langsamer vom Markt verschwinden.

Und es schreckt hoffentlich den ein oder anderen Großinvestor ab, der in Ballungszentren wie Hamburg hofft, mit dem Kauf von Mietwohnungen das schnelle Geld machen zu können. Wohnraum ist keine beliebige Ware, sondern der Lebensmittelpunkt für Menschen – ein Fünkchen dieses Gedankens findet sich in … weiterlesen

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Beitrag der Redaktion Wohnungspolitik

Glosse

Neulich trafen sich Antje, Fiete und Eugen auf dem Wochenmarkt

Die hohen Wohnungsmieten beschäftigen in Hamburg nicht nur Menschen, die gerade eine Wohnung suchen, sondern Mieter, die sich um die Zukunft ihrer Wohnsituation Sorgen machen. Auf einem Hamburger Wochenmarkt fand kürzlich das unten wiedergegebene Gespräch statt, welches über ein zufällig angeschaltetes Diktiergerät mitgeschnitten werden konnte…

Fiete: Die Mieten steigen und steigen. Ich, mit meinen 57 Jahren und einem monatlichen Einkommen von 1.500,– Euro netto – zahle heute bereits 40 % meines Einkommens für meine Warm-Miete. Wie soll ich im Alter mit meiner Rente die Wohnung bezahlen? Ich werde doch gerade … weiterlesen

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Artikel Bodenpolitik/Grundstücke Wohnungspolitik

10 Jahre Agentur für Baugemeinschaften

Ein Rückblick

*** von Uwe Henning ***

„Viele Köche verderben den Brei“, lautet ein altes Sprichwort, das keineswegs nur eine Küchenweisheit ist. Diese Erfahrung konnten in der Vergangenheit die Baugemeinschaften machen, wenn sie in dem Bestreben, ein Grundstück zu erhalten und ihr Projekt zu realisieren, sich an die verschiedensten Dienststellen der Stadt wenden mussten und dabei Gefahr liefen, sich im Behördendschungel zu verlieren.

Um den Gruppen einen einheitlichen Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen, fasste der Senat im Juli 2003 den Beschluss, eine Agentur für Baugemeinschaften zu gründen. Der Senat verband damals mit der Förderung von Baugemeinschaften die Erwartung, die Attraktivität … weiterlesen